Am 2. Juli 2026 verbrannte sich der tibetische Aktivist Pawo Lobga Rangzen vor dem Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York selbst — aus Protest gegen die anhaltende Unterdrückung Tibets durch die Volksrepublik China. Sein Opfer war ein letzter, verzweifelter Appell an die Weltgemeinschaft, das Schweigen zu Tibet zu brechen.

Nur einen Tag zuvor war das neue chinesische „Gesetz zur Förderung der ethnischen Einheit und des Fortschritts“ (Ethnic Unity Law) in Kraft getreten. Menschenrechtsexpert:innen warnen, dass dieses Gesetz die tibetische Sprache, Kultur, Religion und Identität weiter verdrängt.

Hunderttausende tibetische Kinder wachsen heute in staatlichen Internatsschulen auf, in denen Mandarin Unterrichtssprache ist und der Kontakt zu Familie, Sprache und kultureller Identität stark eingeschränkt wird. Gleichzeitig werden unabhängige tibetische Bildungseinrichtungen geschlossen und religiöse Institutionen zunehmend kontrolliert.

Auch die buddhistische Akademie Larung Gar ist erneut betroffen: Wenige Tage nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes begannen die Behörden zum dritten Mal seit 2001 mit dem Abriss von Unterkünften für Mönche und Nonnen — ein weiterer Angriff auf die Religionsfreiheit und das kulturelle Erbe des tibetischen Volkes.

Mit unserer wöchentlichen Mahnwache erinnern wir an Pawo Lobga Rangzens Opfer, setzen ein Zeichen der Solidarität mit dem tibetischen Volk und fordern die internationale Gemeinschaft sowie die deutsche Politik auf, die Menschenrechtslage in Tibet nicht länger zu ignorieren.